Narcissus im natürlichen Habitat
Die Gattung Narcissus hat ihr natürliches Verbreitungsgebiet in Europa, Nord-Afrika und bis in den Libanon und Iran. Die Zahl der Arten variiert je nach Auffassung unterschiedlicher Wissenschaftler zwischen 50 und 70 - manche Botaniker heben Unterarten anderer Kollegen auf Artniveau; so erhöht sich die Artenzahl. Die Klassifizierung der Wildarten ist bei Narzissen nicht einfach, denn auch unter Wildarten kommt es zu erfolgreicher Hybridisierung.
Wer Narzissen an ihren Wildstandorten entdecken möchte, der muss zeitig im Jahr auf Reisen gehen, denn fast alle blühen im Frühjahr, einer Jahreszeit, die rund um das Mittelmeer deutlich früher einsetzt als in Schleswig-Holstein.
Manche Arten sind weit verbreitet - Narcissus bulbocodium z.B. begleitet den Wanderer an den Küsten der Algarve im Februar/März auf Schritt und Tritt.
Für manche der kleinen Schätze gilt es zunächst einen Suchblick zu entwickeln: Narcissus gaditanus aus Süd-Portugal und Süd-Spanien kann nur entdecken, wer nach wirklich winzigen Blüten mit einem Durchmesser von 1 bis 1,5 cm und entsprechend zartem Laub Ausschau hält.
Narzissen findet man oft an solchen Standorten, wo der Boden vergleichsweise feucht ist - im Frühjahr oft auf wasserzügigen Flächen (Narcissus papyraceus, Narcissus gaditanus, Narcissus tazetta) oder in eher absonnigen Felsspalten (Narcissus fernandesii aus Portugal und Spanien).
Leider immer noch wird man oft durch Kinder auf die kleinen Schmuckstücke aufmerksam gemacht, die die Wildnarzissen in dicken Sträußen am Straßenrand verkaufen.
Vielfach enthalten Naturreiseführer oder Wanderempfehlungen von Naturschutzgebieten Hinweise auf die anhand von Form und Farbe leicht erkennbaren Narzissenschätze!



